Stärkung von Knorpeln, Sehnen und Bändern

Bänder, Sehnen und Knorpel sind für eine gute und schmerzfreie Funktion unseres Bewegungsapparates essentiell. Während Verletzungen von Bändern und Sehnen in der Regel gut behandelbar sind, können Knorpelprobleme die Funktionalität des Gelenkes über lange Zeit einschränken. Gerade Sportler wünschen sich Aufgrund der Ausfallzeiten und bleibenden Einschränkungen eine Möglichkeit Bänder, Sehnen und Knorpelgewebe zusätzlich zu stärken.

Aufbau des Gewebes

Bänder bzw. Ligamente bestehen zu einem großen Teil aus Bindegewebe. Sie dienen vor allem der Fixierung von Körperteilen und sorgen in Gelenken für Stabilität. Sehnen bestehen ebenfalls aus Bindegewebe und übertragen die Muskelkraft auf das Skelett. Sehnen verbinden einen Knochen mit einem Muskel, oder zwei Muskeln miteinander.  Das Bindegewebe der Ligamente sowie Sehnen enthält Kollagenfasern. Knorpelgewebe ist eine Form des Bindegewebes, welche in Gelenken vorkommt und durch eine hohe Reißresistenz sowie Druckelastizität den Bewegungsablauf der Gelenke unterstützt.

Doch wie kann die Ernährung den Aufbau des entsprechenden Gewebes unterstützen?

Unser Bindegewebe enthält an verschiedenen Stellen Mucopolysaccharide. Dies sind langkettige Kohlenhydratbausteine (= Polysaccharid), welche in Proteoglykanen vorkommen und so als Schmierstoff (muco von lateinisch mucus = Schleim) in Binde- und Knorpelgewebe fungieren. Ein durch Nahrungsergänzungsmittel bekannter Baustein der Mucopolysaccharide ist das (N-Acetyl-) Glucosamin. Wichtige Vertreter sind:

  • Hyaluronat: Das Salz der Hyaluronsäure kommt im Bindegewebe der Haut, Nabelschnur und dem Glaskörper des Auges vor
  • Chondroitinsulfat: Vorkommen im Bindegewebe und in Knorpelgewebe
  • Keratansulfat: Vorkommen im Knorpelgewebe

Eine höhere Zufuhr von Chondroitinsulfat und Keratansulfat, oder dem für die Synthese benötigten N-Acetylglucosamin könnte in der Theorie die Synthese von Korpel- und Bindegewebe unterstützen. Damit die Mucopolysaccharide als Proteoglykane in Sehnen und Knorpeln vorliegen, müssen sie mit Peptiden vernetzt werden. Dies geschieht über Silicatester. Silizium wird aber nicht nur für die Verbindung benötigt, es hat weitere Funktionen für die Kollagensynthese:

  • Höhere Aktivität der Ornithin-Aminotransferase
    • mehr Prolin
    • mehr Kollagen
  • Höhere Aktivität der Prolyl-Hydroxylase
    • mehr hydroxyliertes Prolin
    • stabileres Kollagen

Prolin dient der Synthese des Kollagens, welches einer der Hauptbausteine für das Bindegewebe im Bewegungsapparat ist. Silizium fördert somit in der Theorie die Synthese von stabilerem Kollagen und dadurch stabileren Sehnen und Knorpelgewebe.

Während dies in der Theorie durch die physiologischen Prozesse nachvollziehbar ist, so ist noch unklar, ob eine verstärkte Zufuhr von Glucosamin oder Silizium die Synthese von Kollagen beim Menschen fördert. Im Jahr 2012 hat die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) einen Health-Claim (Gesundheitsbezogene Aussage) des Herstellers Merck untersagt [1]. Dieser wollte damit werben, dass Glucosamin eine normale Funktion des Gelenkknorpels fördert. Der EFSA reichte die Theorie jedoch nicht aus und die Beweiskraft der vorliegenden Studien war nicht stark genug. Ähnliche Werbeaussagen für Chondroitin und Glucosamin wurden bis heute nicht erlaubt. Dabei geht es der EFSA nicht darum, einen Zusammenhang auszuschließen. In den Augen des Expertengremiums ist nur eine Beziehung von Ursache und Wirkung bislang nicht bewiesen worden.

Sind die Nahrungsergänzungsmittel unbedenklich?

Glucosamin ist als Supplement generell ungefährlich. Problematisch ist die Einnahme für Diabetiker, durch die Blutzuckerspiegel beeinflussende Wirkung. Auch bei Patienten die Blutgerinnungshemmer einnehmen, wird von Glucosamin abgeraten, da dieses die Wirkung der Medikamente verstärken kann. Für Krebstierallergiker kann Glucosamin, sowie für Fischeiweßallergiker Chondroitinsulfat, problematisch sein, da diese teilweise aus den entsprechenden Lebewesen gewonnen werden. Die entsprechenden Hinweise stehen aber auch auf den Verpackungen.

Möglichkeiten über Lebensmittel

Eine höhere Siliziumzufuhr ist nicht nur über Supplemente, sondern auch über entsprechende Lebensmittel möglich. Hohe Silizium-Konzentrationen sind in Hafer und grünen Bohnen enthalten. Auch Schachtelhalm ( auch Zinnkraut genannt) enthält viel Silizium. Dieses kann in Form von Tee getrunken werden, in dem man einen entsprechenden Aufguss lange ziehen oder kochen lässt (> 15 Minuten). Schachtelhalmtee wirkt außerdem Entwässernd und reinigend auf die Harnwege, wofür er hauptsächlich in Apotheken verkauft wird. Die EFSA hat Health-Claims für einen Zusammenhang zwischen Silizium und Kollagen abgelehnt, da es keinen ausreichenden Beweis für einen Zusammenhang zwischen der Supplementation und der Wirkung beim Menschen gibt [2].

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Fazit

Zusamenfassend kann man also sagen, dass Mucopolysaccharide und Silizium an dem Aufbau eines stabilen Binde- und Knorpelgewebes beteiligt sind. Eine ausreichende Zufuhr ist deshalb wichtig. Ein eindeutiger Zusammenhang, zwischen der Supplementation der entsprechenden Stoffe und stabilerem Kollagen, fehlt in Studien bislang. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich nur sagen, dass mein früherer Biochemie-Professor an den Zusammenhang zwischen Silizium und gesundem Knorpelgewebe geglaubt hat und täglich einen Schachtelhalmtee getrunken hat. Wer Probleme mit Bändern, Sehnen oder Knorpeln hat, kann dies auch versuchen. Große Effekte, wie z.B. eine Regeneration geschädigten oder aufgeriebenen Knorpelgewebes sollten aber nicht erwartet werden.

[1]: https://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/pub/2691

[2]: https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.2903/j.efsa.2011.2259

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