Vitamin A – Funktion & Zufuhr

Vitamin A kommt in unserem Körper und unseren Lebensmitteln in verschiedenen Formen vor. Die bekanntesten Formen sind Retinol oder das Provitamin β-Carotin. Vitamin A soll gut für unsere Augen sein, doch wofür benötigen wir Vitamin A wirklich und wie steht es um unsere Versorgung?

Substanzen und Funktionen

Vitamin A ist ein Oberbegriff für chemisch ähnliche Substanzen, die aber unterschiedliche Wirkungen haben können. Dazu gehören Retinol und Retinylacetat, welche im Körper zu verschiedenen Formen von Retinsäure und Retinal umgewandelt werden.

Retinsäure ist am Wachstum und der Differenzierung von Gewebe, beispielsweise Knochen- oder Epithelgewebe beteiligt. Außerdem ist Retinsäure an der Funktion des Immunsystems beteiligt.

Retinol ist an der Reproduktion beteiligt. Dazu gehören die Entwicklung des Embryos, der Plazenta und der Spermien. Die Funktion von Retinol kann dabei nicht durch andere Vitamin A-Formen, wie Retinsäure, ersetzt werden.

Retinal und auch Retinol sind außerdem an der Produktion des Steroidhormons Testosteron und dem Sehvorgang beteiligt.

Vitamin A kommt ausschließlich in tierischen Produkten vor. In pflanzlichen Lebensmitteln befinden sich Carotinoide, welche nur zu 10-50 % aufgenommen werden.

Ein Mangel an Vitamin A kann zu einem gestörten Wachstum, Trübung der Hornhaut im Auge oder Nachtblindheit führen. Weltweit ist Vitamin A-Mangel der verbreiteteste Vitamin-Mangel und es erblinden jährlich ca. 5 Millionen Kinder aufgrund des Vitamin A-Mangels. Eine Vitamin A Hypervitaminose ist ebenfalls möglich und kann zu Haarausfall, Austrocknung der Haut, Wachstumsverzögerung, Knochenschmerzen oder Hirndrucksymptomatik führen.

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Pflanzliche Lebensmittel wie Aprikosen enthalten nur die Vorstufen des Vitamin A

Aufnahme von Vitamin A

Vitamin A wird zu ca. 80 % absorbiert. Da Vitamin A fettlöslich ist, wird es zusammen mit Fett im Darm aufgenommen. Die Aufnahme kann entweder als Vitamin A-Form, wie Retinol, erfolgen oder als Provitamin. Zu den Provitaminen zählen β-Carotin und andere Carotinoide. 6 mg β-Carotin oder 12 mg anderer Provitamine entsprechen dabei 1 Retinoläquivalent, also 1 mg Retinol. Die Vitamin A-Zufuhr kann also theoretisch über Carotinoide sichergestellt werden.

Zufuhr & -empfehlung

Vitamin A Zufuhr

Die „Nationale-Verzehrsstudie 2“ (NVS 2) ermittelte den Median der Vitamin A-Zufuhr als Retinol-Äquivalente. Im Durchschnitt nahmen Männer 1,8 mg/Tag und Frauen 1,5 mg/Tag auf. Die Zufuhr ist dabei über alle Altersgruppen relativ konstant. Nur 10 % der Frauen und 15 % der Männer erreichen die empfohlene Zufuhr nicht.

Die NVS 2 ermittelte auch die Hauptquellen für Retinol-Äquivalente. Dies waren bei Männern zu jeweils ca. 20 %, Gemüsegerichte und Fleisch sowie Wurstwaren. Außerdem lieferte Gemüse 15 % und Milchprodukte, Fette sowie Eintöpfe und Suppen zwischen 5 und 10 % der Retinol-Äquivalente. Bei Frauen lieferten Gemüse und Gemüsegerichte jeweils ca. 20 % der Retinol-Äquivalente. Außerdem Fleisch/Wurst und Suppen/Eintöpfe jeweils 10 %. Milchprodukte und Fette lieferten in etwa 5 % der Retinol-Äquivalente.

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Vitamin A Lebensmittel
Vitamin A wird überwiegend durch tierische Lebensmittel mit hohem Fettgehalt aufgenommen. Aber auch bei einer rein pflanzlichen Ernährungsform ist eine ausreichende Versorgung gewährleistet. Die Carotinoidgehalte einzelner Lebensmittel sehen zwar gering aus, summieren sich aber zu einer ausreichenden Zufuhr. Carotinoide sind in Obst und Gemüse für die orange-rote Färbung verantwortlich. Hier können Lebensmittel also optisch nach ihrem Carotinoidgehalt bewertet werden. Eine rote Paprika enthält demnach mehr Carotinoide als eine gelbe Paprika.

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Ein großer Vorteil des Vitamin A und der Carotinoide ist, dass es eine hohe Absorptionsrate hat (80 %) und im Körper gut gespeichert wird. Die Versorgung kann so an einzelnen Tagen besser oder schlechter ausfallen und im Mittel trotzdem ausreichen.

Fazit

In Deutschland ist die Versorgung mit Vitamin A kein Problem und das ist gut, denn Vitamin A ist für unsere Gesundheit essentiell. Eine bessere Versorgung kann durch den Verzehr fettreicher Milchprodukte oder die Auswahl von Obst und Gemüse mit intensiver roter oder oranger Farbe erfolgen.

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